Klartext reden und Orientierung geben
- 24. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Dinge beim Namen nennen und das Wort ergreifen: Warum klare Kommunikation in Unternehmen kein Soft Skill ist, sondern Führungskompetenz – und warum wir Männer hier neu fordern müssen.
Wer in Führung geht, muss Orientierung geben. Doch die Realität in deutschen Unternehmen sieht oft anders aus: Um den heißen Brei herumreden, Konflikte umschiffen, übereinander urteilen statt miteinander zu reden. Das darf sich ändern.
Der SYS-Status quo: Frauen trainieren bereits, Männer sollten nachziehen
In meinen Stimm- und Sprechtrainings beobachte ich eine klare Tendenz: Frauen sind hochengagiert, reflektieren ihr Kommunikationsverhalten, feilen an ihrer Präsenz und investieren aktiv in ihre rhetorischen Skills. Sie tun enorm viel, um zB. die Regeln männlich dominierten Gesprächsverhaltens zu verstehen und “mitzuspielen”. Doch eine wissenschaftlich fundierte und erfolgreiche Unternehmenskultur lebt von allen Geschlechtern, von allen Menschen.
Studien zur geschlechtsspezifischen Kommunikation zeigen: Frauen nutzen in gemischten Teams einen integrativeren, beziehungsorientierten Stil. Männer hingegen nutzen Kommunikation häufiger status- und hierarchieorientiert. Das Problem? Wenn das Wort ergriffen wird, um Territorien zu markieren, bleibt die Sache auf der Strecke. Was brauchen Männer also, um sprachlich wirklich mit „anzupacken“? Sie brauchen den Mut zum Interesse an anderen Kommunikations-Varianten – weg vom Monologisieren, hin zum präzisen, lösungsorientierten Dialog.
Impulse aus der Praxis: den eigenen Kommunikationsstil in das Umfeld einpassen
Wie das gelingt, zeigt ein Blick in die Medien- und Kommunikationswelt. Kürzlich sprach ich mit Kristina Tesch (Hamburg), Chefredakteurin des Evangelischen Pressedienstes Nord, erfahrene Radiomoderatorin (Anchor) und Theologin. Als „Anker“ im Studio und bei der Leitung ihres Teams weiß sie genau, welche Skills eine Führungsperson braucht, um Halt zu geben. Ihre Kernbotschaft deckt sich mit meiner wissenschaftlichen Überzeugung: Wir sollten miteinander reden und nicht übereinander urteilen.
Um etwas zu verändern und eine echte Orientierungs-Kultur zu etablieren, braucht es drei fundamentale Säulen:
Präsenz und Standing: Klartext beginnt im Körper. Eine ausdrucksstarke Stimme gibt auch dem Gegenüber Sicherheit.
Fakten statt Floskeln: Dinge beim Namen nennen, ohne verletzend zu werden.
Beziehung vor Bewertung: Erst zuhören, dann steuern. Urteile blockieren Veränderung; Dialog öffnet sie.
Welche Erfahrung hast Du mit “Klartext” in Deinem Umfeld?
Hier geht es zum Interview mit Chefredakteurin Kristina Tesch:




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