Moderation im Alltag
Eine Stimme zu haben, ist fantastisch, heißt aber nicht, lauter sein zu müssen, als alle anderen. Es heißt, sich verständlich zu machen – und anderen zuzuhören. Das unterstreicht auch meine aktuelle SYS-Newsletter-Interviewpartnerin, die Stimm- und Sprechtrainerin Inge Hermann aus Göttingen.
Wie gelingt es, sich zu verständigen, wenn unterschiedliche Positionen aufeinandertreffen? Zu dieser Frage tun sich bei mir drei Themen auf: mein eigener beruflicher Weg, das Interview mit Inge Hermann vom Sprechstudio Göttingen und mein Workshop bei der diesjährigen Wandelwoche Lüneburg.
Im Gespräch mit Inge Hermann geht es um Moderation: darum, Gesprächssituationen zu gestalten, Gedanken in Bewegung zu bringen und auch dann im Austausch zu bleiben, wenn nicht alle einer Meinung sind. Moderation bedeutet nicht, Unterschiede aufzulösen. Aber sie schafft einen Rahmen, in dem sie ausgesprochen und ausgehalten werden können.
Damit berührt sie den Schwerpunkt der Wandelwoche: die Kultur eines respektvollen Dialogs. In meinem Workshop bei der Wandelwoche geht es darum, die eigene Position zu formulieren, klar aufzutreten und mit der eigenen Stimme Präsenz auszustrahlen – nicht nur, um sich durchzusetzen, sondern um die eigene Position einzubringen und anderen begegnen zu können.
Das ist auch der rote Faden meiner Arbeit mit Stimme und Kommunikation. Gute Präsenz entsteht nicht allein durch Lautstärke oder die richtigen Worte. Sie wächst aus Klarheit: Was möchte ich sagen? Wie kommt es bei anderen an, wie soll es ankommen? Und wie bleibe ich im Gespräch, wenn wir verschieden denken?
Mein Weg in die Stimm- und Sprechbildung begann mit der Neugier darauf, wie Kommunikation wirkt. Heute begleite ich Menschen dabei, ihre Botschaft zu schärfen, ihre Stimme wirksam einzusetzen und mit mehr Sicherheit aufzutreten. Ungewöhnliche Unterstützung erhält meine Arbeitsweise von der KI, wie ein Klient mir mitteilte: “Auch KI sagt, dass Stimme und Körperausdruck zum erfolgreichen Auftritt dazugehören.” Na bitte!
Denn ein respektvoller Dialog braucht beides: den Mut, die eigene Position hörbar zu machen – und die Bereitschaft, die andere Perspektive wirklich zu hören und nachzuvollziehen.
Mehr dazu im SYS Interview mit Inge Hermann




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