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Kommunikation & Körper

  • 26. Juni
  • 2 Min. Lesezeit
SYS-Interview mit dem Tänzer Francesc Fernandez Marsal


Wir brauchen unserem Verstand, um gute Aussagen zu machen. Als Sprechtrainerin weiß ich, dass wir unbedingt auch unseren Körper brauchen, damit die Aussagen nicht zu “trocken” klingen, sondern WIRKLICH rüberkommen!

 

Darüber möchte ich sprechen mit jemandem, der sich mit Körperausdruck bestens auskennt!

 

Er hat keine Probleme, mit vollem Körpereinsatz die Bühne zu betreten, denn er ist Tänzer (von Argentinischem Tango bis Akrobatik, von Ballett bis Bacchata).

 

Was hat aber das Tanzen mit Kommunikation zu tun? Das wird spannend!


Willkommen, Francesc! Erzähl doch mal von Dir: wie kamst Du zum Tanzen?


Als ich 14 Jahre alt war brauchte meine Mama einen Tanzpartner, weil mein Vater (wie so viele) nicht tanzen wollte. Und nur ein halbes Jahr später war ich begeistert. Mit 19 Jahren sah ich den Film “Tango Lesson”, und seitdem, also seit 30 Jahren, tanze ich Tango.


Du bist mein Tanzlehrer: schon in den ersten Stunden hast Du mir klar gemacht, dass Tango argentino und passendes atmen unbedingt zusammengehören. Wie das?


Tango bedeutet, im Moment zu sein. Spontan sein, auf die Musik hören, Ausdruck und reine Kommunikation mit dem anderen. Der Körper sagt alles, Bewegung, Atmung, das alles macht uns so frei – den Verstand kann man (irgendwann) ausschalten. Die Atmung vereinfacht die Bewegung und die Balance.


Tango argentino ist ja ein Improvisationstanz: es gibt bestimmte Bewegungen und Schritte, die beim Tanz spontan zur Musik zusammengesetzt werden.

Ich finde ja, dass das wie beim Miteinander-sprechen“ ist: es gibt Worte und Strukturen, die wir im Gespräch spontan zum Thema/ Gesprächspartner zusammensetzen.

Was meinst Du dazu?


Tango ist eine Sprache. Du kannst es überall in der Welt tanzen, egal welche Sprache im jeweiligen Land gesprochen wird. Und so entsteht ein Miteinander. Die Rollen sind klar verteilt, niemand sollte passiv sein, dann entsteht im Miteinander etwas Neues!

Wie in der Gesellschaft haben sich die Rollen von Mann und Frau geändert, durch den Perspektivwechsel wird die Kommunikation bereichert. Wir werden offener, der Blick wird weiter und wir verstehen uns besser.


Mit einer Tänzerin zu tanzen, die auch Profi ist, das ist ein Geschenk. Da sind die Sprachen auf einem Level, ohne Grenzen. Obwohl es diesmal Konflikte gab – die gab es nicht beim Tanzen.


Tanz und Gespräch haben auch wichtige soziale Funktion, finde ich. Du auch?


Konflikte und Verständigung finden auch im Tanzen statt. Es gibt auch mal Missverständnisse, die wir dann mit Worten klären. Das Miteinander ist wichtig, wir brauchen einander – beim Tanzen wie beim Sprechen wollen wir nicht allein sein.


Hast Du Tipps zu (Tanz-) Kommunikation? Hast Du Veranstaltungshinweise/ Links?


Lass’ Dich darauf ein! Trainiere und übe, aber dann vertraue auf den Körper! Das ist ganz natürlich, kommunizieren ist Lebensfreude.

Videos und Veranstaltungstipps siehst Du weiter unten!


(Tipp von mir: Mach’ mal eine Probestunde!)


Und wann redest Du am liebsten?


Ich rede am liebsten wenn ich mich eingeladen fühle, wenn jemand neugierig ist! Ich mag das “Reden vom Herz her”. Wie wir eben. 

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